Offboarding ist der blinde Fleck – und wir schauen konsequent weg

Wenn einer geht, sind viele betroffen. Und trotzdem tun Organisationen so, als ginge es nur um eine Person. Ein letzter Arbeitstag, ein Gläschen Sekt, ein Blumenstrauß – erledigt. So sieht Offboarding in vielen Unternehmen aus: schlank, effizient und erstaunlich kurzsichtig. Denn was wirklich passiert, bleibt unsichtbar:

Wissen verschwindet, Beziehungen reißen ab, Verantwortung wird neu verteilt – oft ungeklärt, Teams verlieren Orientierung, Kunden spüren den Bruch. Und niemand fühlt sich zuständig. Viele sagen: Dafür braucht es kein eigenes Konzept. Ein bisschen Menschlichkeit reicht. Nein. Reicht nicht.

Denn Menschlichkeit ohne Struktur ist Zufall. Und Zufall produziert genau das, was später niemand erklären kann: Reibungsverluste, Unsicherheit, schleichender Vertrauensverlust.

Warum Offboarding kein Randthema sein sollte

Wenn einer geht, sind viele betroffen. Aber wir organisieren diesen Moment, als wäre er nebensächlich. Das ist der blinde Fleck. Wir investieren in Recruiting, Onboarding und Entwicklung. Wir gestalten den Anfang bis ins Detail. Und am Ende überlassen wir den Abschied sich selbst.

Vielleicht, weil Abschied unbequem ist, weil er uns mit Endlichkeit konfrontiert, mit der Frage, was bleibt. Doch genau hier entscheidet sich, wie reif eine Organisation wirklich ist.

Der Abschied ist kein Randthema. Er ist ein Stresstest für Führung, für Zusammenarbeit und Kultur. Hier zeigt sich, ob Wissen weitergegeben wird oder verloren geht. Ob Nachfolge gelingt oder scheitert. Ob Vertrauen wächst oder leise erodiert.

Buchabbildung Praxiswissen Offboarding

Genau deshalb widmet sich das Buch „Praxiswissen Offboarding. Übergänge gestalten – Wertschätzung zeigen – Know-how sichern“ diesem blinden Fleck. Es zeigt, wie Offboarding als gestaltbarer Prozess im Mitarbeiter-Lifecycle verankert werden kann.

Denn die eigentliche Frage ist nicht, ob wir uns gutes Offboarding leisten können, sondern: Warum leisten wir uns, es nicht zu tun? Wenn einer geht, sind viele betroffen. Die einzige offene Frage ist:

Gestalten wir diese Wirkung – oder ignorieren wir sie?

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