Belebte Selbstverantwortung ermöglicht Vertrauensbildung für die Firmenidentität

Selbstverantwortung bezeichnet die Fähigkeit und Pflicht einer Person, ihr Handeln selbstbestimmt zu steuern, die damit verbundenen Risiken zu erkennen und deren Folgen zu tragen. Warum wird Selbstverantwortung nicht gefördert? Kann jeder Verantwortung tragen? Wo liegt die Abgrenzung zwischen Selbstverantwortung und Firmenverantwortung? Wird Verantwortung in einer Firmenkultur als wichtig erachtet, erhält das Produkt/die Dienstleistung ein selbstverständliches Qualitätsmerkmal.

Wie nützt die Selbstverantwortung dem Firmenzweck?

Der Firmenzweck beschreibt die Ausrichtung der Organisation mit deren Zielerreichungen. Eine Identifikation damit verlangt von den Mitarbeitenden eine innere Zustimmung, die als intrinsische Motivation beschrieben und über die Selbstverantwortung belebt wird. Erst dadurch können Glaubwürdigkeit und eine Firmenidentität entstehen. Sie fördert Gemeinsinn statt Konkurrenzverhalten und legt Innovationspotentiale über eine Vertrauensbasis frei. Sie stärkt die Firmenresilienz über eine Fehlerkultur der Selbstverantwortung und fördert damit Kostenbewusstsein.

Voraussetzungen, die Selbstverantwortung begünstigen

Um Eigenverantwortung wahrnehmen zu können, sollten Grundlagen für gegenseitigen Respekt und Toleranz geschaffen werden. Dazu gehören nicht nur formale Voraussetzungen wie Vision, Leitbild, Führungsgrundsätze, Organigramm, Funktionsmatrix, Stellenbeschriebe, Veranwortungsmatrix etc., sondern auch ein kulturelles Umfeld, das durch eine nachvollziehbar gelebte Fehlerkultur geprägt ist.

Diese organisatorischen Spielregeln schaffen Vertrauen und ermöglichen eine Kreislaufdynamik über Selbstverantwortung (s. Abbildung).

Kreislaufdynamik über Selbstverantwortung

Firmenverantwortung wird über Vertrauen gestärkt

Weshalb wird im Arbeitsalltag über Misstrauen geführt? Erkennbar ist dies an mangelndem Mut Vertrauensvorschuss zu gewähren. Das Gegenteil von Selbstverantworung ist Bevormundung, was unbewusst mit folgenden Strukturen gefestigt wird, z.B.: Qualitätsbürokratie, Null-Fehlertoleranz, Führen über monetäre Anreize, «Fire and hire», überhöhte Selbstdarstellung der Firmenidentität etc. Sind diese Merkmale vorhanden, kann davon ausgegangen werden, dass wenig Voraussetzungen für Gemeinsinn geschaffen wurde.

Die Firmenverantwortung beinhaltet eine Orientierung über deren Identität und die Abstimmung mit der Wertehaltung der Mitarbeitenden. Leider wird allzu oft polarisiert. Dies untergräbt selbständiges Denken, weil der Wertemassstab unverrückbar vorgegeben wird, wie: du bist für mich, oder gegen mich – Inhalte, Argumente und Wirkung rücken damit in den Hintergrund.

Selbstverantwortung verlangt Anstand

Mit dem Bewusstsein, Verantwortung über das eigene Handeln und deren Konsequenzen zu tragen, wird das eigene Ethikverständnis aktiviert. Das heisst vor allem, dass Konsequenz für das eigene Selbstwertgefühl und die Umgebung ein nicht zu unterschätzender Selbstanspruch einhergeht. Damit verbunden ist auch der Umgang mit Scham bei Versagen oder bestätigtes Selbstvertrauen bei Erfolg. Werden dabei die Elemente des Anstandes nicht berücksichtigt, wird Selbstverantwortung mit Narzissmus gleichgesetzt (s. Abbildung).

Wirksamkeiten, die aus der Selbstverantwortung entstehen

Die Kreislaufdynamik über Vertrauen fördert persönliches Engagement im Geist und der Tat. Die Umgebung wird dabei immer mit einbezogen. Der Gemeinsinn belebt, es entsteht Identität. Mit Selbstverantwortung wird nicht das eigene «EGO» befriedigt, sondern das Potential des Einzelnen in der Gemeinschaft gefördert, sich zu entfalten und zu beweisen. Dadurch entstehen folgende Wirksamkeiten:

  • Akzeptanz des Firmenzwecks
  • Optimismus für Erfolg
  • Die Selbstwirksamkeit
  • Lösungsorientierte Denkhaltung
  • Fehlerkultur – Bewusstsein
  • Reflexionsvermögen
  • Der Gemeinsinn der Firmenidentität

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