Deutschlands programmierter digitaler Untergang

Deutschland im Abseits?

Die digitalen Schlüsselindustrien wie Computer- und Kommunikationstechnik hat Deutschland schon vor langer Zeit verloren. In der digitalen Infrastruktur liegen wir auf den letzten Plätzen der OECD-Länder. Bei 5G stehen wir noch ganz am Anfang, während weltweit 1,4 Mrd. Menschen dies schon nutzen. Das Gewichtsverhältnis der Internet-getriebenen Branchen liegt zwischen den USA, China und Deutschland bei 14 zu 4 zu 1 und es geht weiter bergab. Die Gewichte zwischen den jeweils führenden Online-Händlern in den USA und Deutschland liegen bei 100 zu 1. Technologisch sind wir von den USA und China abhängig.

Die deutsche Autoindustrie hat die Führung bei Elektromobilität und dem Autonomen Fahren verloren. Unter den führenden Wirtschaftsnationen leisten wir uns die größte Technologie- und Industriefeindlichkeit. Wir sind Weltmeister im Erlass von Vorschriften. Über-Administration und Paternalismus lähmen die Eigeninitiative. Pfründen von gestern verhindern Technologien von morgen. Unsere Ausbildungsstruktur ist in eine dramatische Schieflage geraten: wir bilden mit verantwortungslosem Übergewicht genau die Berufe aus, die durch Automatisierung gefährdet sind – und genau diejenigen zu wenig, die dagegen bestehen können und Treiber des digitalen Wandels werden können.

Deutschland im Alleingang

Deutschland leistet sich einen Alleingang in der Energiepolitik mit völlig illusorischen Vorstellungen über die Machbarkeit und ignoriert dabei vollkommen die Nachfrageentwicklung: Internetnutzung und Elektromobilität dürften den heutigen Strombedarf mehr als verdoppeln. Die bereits heute höchsten Stromkosten der Welt müssten noch weiter steigen. Weitere Branchen befinden sich auf dem Absprung. Es müsste ein Beben durch Deutschland geben, um den allumfassenden kulturellen, wirtschaftlichen und technologischen Richtungswechsel einzuleiten. Wir bräuchten den Schulterschluss aller. Stattdessen leisten wir uns Silostrukturen, Trennwände zwischen Industrie, Verwaltung und Wissenschaften – während andere Länder wie die USA die Durchlässigkeit in ihren Genen hat.

Das Wissen um die Zusammenhänge ist verloren gegangen. Laienspieler ohne ausreichende technisch-wirtschaftliche Kenntnisse bestimmen über unser Land. Jetzt müssten wir eine dramatische Aufholjagd starten, gleichzeitig die Fehler der Vergangenheit reparieren. Aber auch hier sind die Weichen schon falsch gestellt. Für das treibende Wissensfeld der Zukunft, die künstliche Intelligenz, hat die chinesische Regierung ein Forschungsprogramm von 300 Mrd. US$ aufgerufen, die einschlägige US-Industrie kaum weniger. Die Bundesregierung will mit einem 3 Mrd.-Programm gegenhalten, vor allem für neue Professuren in alten Strukturen.

Lösungen erschließen!

Mit seinem Buch „Der Wettlauf um die Digitalisierung“ liefert der Autor Kai Lucks das Grundlagenwissen, um Lösungen zu erschließen. Dazu wendet er sich an Entscheider in Industrie, Dienstleistung, Verwaltung und Politik sowie an Wissensvermittler von der Schule bis zur Universität. Er stellt Verbindungen her zwischen technologischen Entwicklungsströmen, Wirtschaft und Gesellschaft. In zahlreichen „Tiefenbohrungen“ werden technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Phänomene in ihren Strukturen und Hintergründen systematisch aufbereitet und in ihren Zusammenhängen dargestellt. Er zeigt detailliert auf, in welch gefährliche Positionen sich Deutschland in den letzten Jahren manövriert hat und offeriert Hebel wo und wie die großen Umsteuerungen anzusetzen sind.

Ausserdem gibt es von Prof. Lucks auch einen eigenen Podcast mit dem Titel „Der Wettlauf um die Digitalisierung“. Hier sowie im YouTube Kanal des Bundesverbandes Mergers & Acquistions e.V. veröffentlicht er regelmäßig interessante Beiträge.

Abbildung vom Buch "Der Wettlauf um die Digitalisierung", in dem der Autor aufzeigt, wo Deutschland im Wettlauf die großen Umsteuerungen ansetzen kann