Die Sicht der Generation Y: Reverse Mentoring beginnt mit der Frage, was man wirklich tun möchte

Ein weit verbreitetes Mindset der jungen Generationen beginnt mit der Frage: «Was will ich tun?»

Es ist eine Kombination aus Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung und Selbstversorgung. Wir wollen mitbestimmen, uns in der Arbeit verwirklichen, Familie – Freunde – Freizeit mit der Arbeit kombinieren und im besten Fall ortsunabhängig oder naturnah sein. Völlig realitätsfremd? Für uns fast selbstverständlich. Reverse Mentoring ist einer dieser Begriffe für sinnstiftende und zukunftsweisende Arbeit. Ein Konzept für eine neue Arbeitsweise im globalen und digitalen Zeitalter. Ein Konzept, das die bisherigen Anforderungen an den Arbeitgeber, den Arbeitsplatz sowie an die älteren (und meist führenden Personen) auf den Kopf und vor grossen Herausforderungen stellt.

Bei Reverse Mentoring geht es mehr um Führung auf Augenhöhe, Wertschätzung, Wissensteilung und weniger um auftragsbezogenes Abarbeiten

Reverse Mentoring ist jedoch nicht nur New Work, Co-Creation oder mobiles Arbeiten. Und es ist auch nicht zwangsweise hierarchiefrei. Reverse Mentoring bedeutet vielmehr mitarbeiterzentriertes Arbeiten sowie Führen und berücksichtigt das Gleichgewicht aller Interessen. Es stellt die persönliche (Weiter-)Entwicklung und Selbstverwirklichung in den Mittelpunkt. Neue Wege und Freiräume für Innovation und Kreativität sowie Entfaltung sollen geboten werden. Selbstbestimmtes und experimentelles Handeln sollte in den Vordergrund treten. Denn starre Arbeitsmethoden und lange Entscheidungswege haben in der VUCA Welt einfach keine Daseinsberechtigung mehr.

Der sogenannte “Demografiewandel” ist ein Begriff, der jedem bekannt sein müsste

Durch die vermehrte Digitalisierung und Automatisierung der Arbeitsprozesse und den gleichzeitigen Mangel von Fachkräften wird die Verhandlungsposition der Arbeitnehmenden gestärkt und sie können höhere Anforderungen an die Arbeitgeber stellen. Hier können Unternehmen die Implementierung von Reverse Mentoring als Chance sehen, um Talente zu gewinnen und halten. Das, indem sie durch ein neues Verständnis der Arbeit sinnhaftes Arbeiten sowie Identifikation für ihre Mitarbeitenden ermöglichen.

Ein weiterer Aspekt ist, dass Zusammenarbeit und soziale Netzwerke im Unternehmen immer essenzieller werden. Durch den immer schnelleren technologischen Wandel sinkt die Halbwertszeit des Wissens, sprich, der Zeitraum in der das Wissen aktuell ist, immer mehr. Das erforderliche Wissen kann so kaum mehr von einer Einzelperson abgedeckt und innegehalten werden. Daher ist es schlichtweg die einzige Lösung, wenn Individuen zusammenarbeiten, kollaborieren und dadurch viel mehr Wissen abgedeckt und aktuell gehalten werden kann.

„Zu arbeiten, etwas zu gestalten, sich selbst zu verwirklichen liegt in der Natur des Menschen. Von neun bis fünf in einem Büro zu sitzen und dafür Lohn zu bekommen nicht.“

Philosoph Richard David Precht in seinem Buch „Jäger, Hirten, Kritiker“.

Daher ist Reverse Mentoring vor allem ein Versprechen an die Zukunft, welches versucht, den individuellen Ansprüchen vieler gerecht zu werden. Reverse Mentoring beginnt mit der Frage, was man wirklich tun möchte. Es ist – wie bereits erwähnt – eine Kombination aus Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung und Selbstversorgung.

Sie möchten noch mehr über Reverse Mentoring erfahren?

Hier geht es zu den Beiträgen der Serie von Sandra Jauslin und Javier Hernández und zu ihrem Buch:

Die Sehnsucht, etwas zu bewegen, wohnt in allen von uns und kennt keine Altersgrenzen

Wissensmanagement: Wissen gewusst wie weitergeben

Reverse Mentoring steht für ein gegenseitiges Unterstützen und Coachen zwischen Generationen. In ihrem Buch zeigen Sandra Jauslin, Javier Hernández und Volker Schulte, wie der Wissenstransfer und die gegenseitige Unterstützung zwischen den Generationen gestaltet werden können.