Betriebsfeier

Raus aus der Selbstbezüglichkeit: Wie Unternehmen zu Begeisterungsräumen werden

„Wenn ein Mensch in einem großen Unternehmen Erfolg haben will, bedarf es der ganzen Kraft der Begeisterung.“ (Samuel Smiles)

Haben Sie sich schon mal gefragt, wieso in manchen Headquarters unten im Foyer eine Bronzebüste des Firmengründers steht? Oder warum manche Unternehmen ein Museum unterhalten? Einfach nur eine Hommage an die Vergangenheit? Eine nostalgische Marotte der Nachkommen? Nein, es geht dabei um mehr. Es geht um das, was einem Unternehmen Energie und Schwung verleiht – und was es einzigartig macht. Es geht um seinen Geist.

Der Geist einer Firma ist nicht leicht zu fassen.

Am klarsten zeigt er sich oft in Gestalt der Gründer. Sie hatten eine Idee, eine Vision, sie hatten Werte und Ideale. In alledem drückt sich ihr Geist aus. Und die Firma, die sie gründeten, ist seine Materialisation. Es gibt es nur, weil es den Gründern einst gelang, andere mit ihrem Geist zu begeistern: Investoren, Gesellschafter, Mitarbeiter, Kunden. Der Gründergeist, ergriff sie – wehte wie ein starker Wind in ihre Segel, und das Schiff des Unternehmens fuhr hinaus aufs Meer der Zeit ….

Ohne Gründergeist und Begeisterungsfähigkeit der Altvorderen gibt es keine nachhaltig erfolgreichen Unternehmen. Jedes erfolgreiche Unternehmen ist die Manifestation des Geistes, der es schuf. Erlahmt jedoch der Geist, verliert ein Unternehmen Energie. Dann kann es Coaches noch und nöcher zu sich laden: Der Gründergeist bleibt aus und wird vom Ungeist der Verwaltung überwuchert – eine Gefahr, die mit jedem Generationswechsel aufs Neue droht.

Wie kann man ihr wehren?

Den Geist kann niemand machen, wie man auch Begeisterung nicht künstlich produzieren kann. Doch besteht dazu auch gar kein Anlass. Der Geist ist da, man muss ihn nur verstehen und sich an ihm ausrichten. Klar ist, dass der Geist von hinten weht: aus der Geschichte. Deshalb tut ein Unternehmen gut daran, sich an seine Herkunft rückzubinden. Damit stimmt die Ausrichtung. Nur wer sich von hinten in die Segel blasen lässt, hat die Chance, nach vorne in die Zukunft zu fahren.

Den Purpose finden

Auch ist es gut, sich dessen zu besinnen, warum es überhaupt das Unternehmen gibt: was sein Sinn und Zweck ist – sein Purpose, wie man heute sagt. Denn der Sinn des Unternehmens weist die Richtung und gibt vor, wohin die Reise gehen soll. Deshalb ist ein Unternehmen gut beraten, in einer Unternehmensphilosophie seine Werte und Visionen zu vergegenwärtigen, um den richtigen Kurs in die Zukunft zu finden. Zuletzt braucht es Segel, in die der Geist fahren kann. Ohne Segel kann er wehen, wie er will – man kommt doch nicht von der Stelle. Was können solche Segel sein? Räume und Zeiten der Begeisterung, d.h. Feste, Kulturveranstaltungen, Gesprächsräume, in denen die Menschen nicht funktionieren müssen, sondern miteinander spielen, feiern, reden, lachen, weinen … oder was auch immer. Wenn Menschen sich im Geist des Unternehmens finden und verbinden, erneuert sich ihre Begeisterung. Begeisternde Unternehmensführung ist die Kunst, Kulturen der Begeisterung im Unternehmen anzulegen.

Wie Begeisterung gedeiht

Begeisterung lässt sich nicht technisch herstellen, aber organisch kultivieren. In seinem Buch „Begeistern!“ stellt Christoph Quarch die Grundlagen für eine nachhaltige und solide Begeisterungskultur vor.