KI in der Personalarbeit: Auf der großen Welle surfen

KI in der Personalarbeit: Auf der großen Welle surfen

HR-Teams, die heute in Verwaltungsaufgaben versinken und mit veralteten Systemen kämpfen träumen von einer proaktiven Personalarbeit als Gestaltungsaufgabe einer innovativen Unternehmenskultur und menschenfreundlichen Arbeitswelt. Mit Künstlicher Intelligenz rollt eine Welle heran, die HR diese Tür öffnet und zugleich alle überrollt, die nicht bereit sind über HR hinauszudenken, um diese Kultur zu gestalten. Welche Fragen sollten sich Personalverantwortliche und Führungskräfte stellen?

In welchen Bereichen können wir mit KI unser Geschäftsmodell erweitern, neue Services vermarkten und Probleme unserer Kundschaft lösen?

KI-Anwendungen erfassen und verarbeiten laufend Unmengen von Daten. Aus der Analyse dieser Daten lassen sich Muster erkennen, die Angebote veredeln und weiterentwickeln oder es entstehen neue Produktideen. Unternehmen bieten künftig vor allem datengetriebene Produkte und Services an, die Schätze der Zukunft liegen fern vom physischen Produkt.

In welche Richtung entwickeln wir dann unsere Aufbau- und Ablauforganisation?

Im Zeitalter von Hyperkonnektivität ist alles mit allem vernetzt, Unternehmen mit Maschinen, Personal, Lieferanten, Kundinnen, Sensoren und Plattformen, vor allem aber mit dem Internet. Wir produzieren, beraten und managen aus der Ferne in großen Netzen. Das stellt viele unserer arbeitsteiligen Prozesse von heute auf den Prüfstand.

Wie managen wir künftig die Kundinnen-Beziehungen und alle Backend-Prozesse?

Adaptives Touchpoint-Management heißt das neue Zauberwort. Kundinnen und Kunden, die sich an KI gewöhnen, erwarten von uns, dass wir sie besser verstehen als die eigene Familie und kompetenter beraten als der Lieblingsverkäufer. Rund um die Uhr wollen sie kompetente Ansprechpartner für schnelle Problemlösung, egal auf welchem Kanal.

Welche Talente brauchen wir dafür und wie positionieren wir uns im Wettbewerb?

Smarte KI-Lösungen brauchen Spezialistinnen, die Algorithmen entwickeln und steuern, die bereit sind, große Verantwortung zu tragen. Kaum ein Beruf wird noch ohne ein Grundverständnis für Daten und Analytik auskommen. Für Recruiting öffnet sich eine gefährliche Schere, denn wir sind mit wachsendem Fachkräftemangel in Digital- und Datendisziplinen konfrontiert.

Welches Fachwissen benötigen wir in den Teams und wie vermitteln wir es den Menschen?

Im Zusammenspiel mit intelligenten Maschinen sind komplementäre Fähigkeiten gefragt. Wer stark ist in Wahrnehmungs- und Manipulationsaufgaben kann sich besser als Maschinen in komplexen, unstrukturierten Umgebungen zurechtfinden. Kreative Köpfe konzeptionieren und entwickeln im Kontext menschlicher Systeme. Menschen mit sozialer Intelligenz sind gefragt für Verhandlungen, Überzeugungsarbeit oder Pflege.

Wie interpretieren wir Führung?

Künstliche Intelligenz wirkt nicht nur auf einfache Angestellte, sondern auch auf viele Führungskräfte bedrohlich. Abwarten ist keine Option, die Welle rollt unaufhörlich. Es ist die Aufgabe der Führung, aktiv die Chancen der neuen Technologie auszuloten und ihre Grenzen mitzugestalten. Nur so können wir menschenzentrierte KI in Unternehmen bringen.

Wie gestalten wir Teams und Entscheidungsprozesse?

Digitale Plattformen werden smarte KI-Systeme so in ihre Ökosysteme einbinden, dass wir neue Verzahnungen von Unternehmen, Menschen und Maschinen erleben werden. Teams gehören dann nicht mehr zu einem Unternehmen, sondern bestehen aus Kolleginnen und Kollegen ganz verschiedener Organisationen, Arbeitsformen und Kontinente. Das fordert uns, neue Formen der Zusammenarbeit zu finden, mit mehr Diversitäts-Kompetenz.

Welche Analytik hilft uns, das komplexe Geflecht zu steuern?

Reporting, das Zahlen der Vergangenheit nutzt, um die Zukunft vorherzusagen wird in vielen Bereichen nicht mehr genügen, um in einer komplexen Welt mit kurzen Entwicklungszyklen zu bestehen. Predictive Analytics beschreibt vorausschauende Analysen, die in Echtzeit Daten auswerten, um neue Muster zu finden und bessere Vorhersagen treffen zu können. Wir werden Daten mit Partnern teilen, um mit Schwarmintelligenz gemeinsam besser sehen zu können.

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